Vom Glanz der Sterne Europas ging in den letzten Jahren viel verloren

Christian Torsten Otto - Vorsitzender der Europa Union Rüsselsheim

Christian Torsten Otto – Vorsitzender der Europa Union Rüsselsheim

Mit dieser Feststellung beschreibt die überparteiliche Europa Union Rüsselsheim, die älteste Europabewegung für ein vereintes Europa, zu Beginn der diesjährigen bundesweiten Europawoche die Lage. Die Europäische Union befindet sich in einer tiefen Krise. Viele Bürger der Europäischen Union hadern mit der Politik Brüssels. Das schwerwiegendste Beispiel ist dafür der Brexit. Wenn ein wohlhabender Rechtsstaat, das Vereinigte Königreich, die Union verlässt, wird die finanzielle Belastung, vor allem für Deutschland erheblich wachsen und damit auch die Europa-Müdigkeit in unserem Land.

Dennoch: «Wir lieben Europa!» „Wir lieben Europa, weil wir Deutschland lieben“, war schon der Wahlspruch und das Leitmotiv des Gründers der Europa-Union im Kreis Groß in den 50er Jahren, seinerzeit Gymnasiallehrer am Immanuel-Kant-Gymnasium. Er zog damit seine persönliche Konsequenz aus der Erfahrung zweier schrecklicher Weltkriege vorwiegend auf dem europäischen Schlachtfeld und der leidvollen Erfahrung der menschenverachtenden Tyrannei der nationalsozialistischen Diktatur. Es war auch ein Versprechen und ein Auftrag an die Jugend Europas und nach-kommender Generationen, ihrer Verantwortung für eine gedeihliche friedvolle Zukunft gerecht zu werden. Der Ortsverband Rüsselsheim am Main wendet sich deshalb gegen die Europamüdigkeit und den Pessimismus: Die Entwicklung der europäischen Integration ist selbst in globaler Hinsicht die größte politische Errungenschaft seit dem Zweiten Weltkrieg, – als Friedens-, Rechts- und Wohlstandsprojekt bewundert, nicht selten auch beneidet in aller Welt.

Die Europa Union steht allerdings für ein föderales und demokratisches, kein zentralistisch organisiertes Europa. Die europäische Geschichte weist viel zu viele unterschiedliche Entwicklungen der Gesellschaften auf, als dass eine übertriebene Einheitlichkeit von den Bürgern akzeptiert würde. Die Vielfalt der Sitten und Bräuche, der Kultur muss erhalten und gepflegt werden. Nicht minder wesentlich ist die kulturelle Gemeinschaft, sichtbar etwa in literarischen Vorbildern wie den Epen Homers, den griechischen und lateinischen Tragödien und Komödien wie im Reichtum der Malerei, Architektur und Musik, ferner in der Philosophie und der auf Experimenten und Beweisen fußenden Wissenschaft samt Medizin und Technik. Deshalb ist ein thematischer Schwerpunkt der diesjährigen Europawoche das von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament ausgerufene Kulturerbejahr 2018. Europa kann zu Recht stolz sein auf seinen kulturellen Reichtum, der identitäts- und gemeinschaftsstiftende Kraft besitzt. Die Europawoche ist deshalb auch ein Fest der kulturellen Vielfalt. Diese kulturelle Vielfalt wird in Rüsselsheim am Main am Wochenende 9./ 10. Juni erneut mit einem Festival der Kulturen gefeiert. Diese Traditionsveranstaltung wird vom Stadtverband der kulturellen Vereine und dem Verband der interkulturellen Vereine auf dem Theaterplatz organisiert. Die Europa-Union wird sich auch in diesem Jahr hieran beteiligen, Flagge zeigen für das Europa der Bürger und auch mit einem Europaquiz für die im nächsten Jahr stattfindenden Direktwahlen zum Europäischen Parlament werben.

„Mein Wunsch zum Europatag am 9. Mai ist, dass die neue Bundesregierung endlich konkrete Vorschläge zur Reform der Europäischen Union macht“, so der Vorsitzende der Europa-Union, Christian Torsten Otto. „Deutschland hat seine europäischen Partner, allen voran den bekennenden Europäer Emmanuel Macron, den französischen Präsidenten, lange genug warten lassen.“ Und der stellvertretende Vorsitzende Josef Heinz ergänzt: „Um künftig gemeinsame innen- und außenpolitische Herausforderungen lösen zu können, muss sich die Europäische Union weiterentwickeln. Hierbei muss das in den Unionsverträgen verankerte Prinzip der Subsidiarität strikte Anwendung finden, das heißt, alles was kleinere politische Einheiten allein zu lösen vermögen, ist diesen Einheiten zu überlassen“.

Man erzwinge also keine Einheit, die nicht auf den Willen des Souveräns, des Bürgers, zurückgeht. Zu glauben, eine EU-Bürgerschaft könne in absehbarer Zeit die nationale Staatsbürgerschaft ablösen, ist ein folgenschwerer Irrtum. Allerdings sollte natürlich das Gemeinschaftsbewusstsein der Europäer gefördert werden. Die Erklärung der Rüsselsheimer Europa-Union schließt deshalb mit dem Appell ihres Vorsitzenden Christian Torsten Otto „alles Notwendige zu tun, damit in Deutschland und in den anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Integration der Zuwanderer und ihrer Nachkommen aus außereuropäischen Ländern und anderen Kulturkreisen gelingt. Das Integrations- und Friedensprojekt Europa kann dauerhaft nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union die gleichen Werte teilen. Einheit in Vielfalt“.

ViSdP:

Europa-Union Deutschland, Landesverband Hessen e. V., Ortsverband Rüsselsheim am Main, Vorsitzender: Christian Torsten Otto, Schäfergasse 16, 65428 Rüsselsheim am Main